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Reiseerlebnisse vom 29. Stockholm Marathon 2007


von Volker Dickmann - Lauffreunde HADI

Wie Ihr aus der Presse und den Internetseiten sicher schon erfahren habt, zieht es mich einmal im Jahr in die große weite Welt! So hatte ich für dieses Jahr Stockholm ausgewählt.

Beim Training mit den Vereinskollegen kam dann irgendwann die Frage auf, wohin fahren wir eigentlich zu einem großen Marathon - Event?!

Ich berichtete von meinem Reiseziel, und schon war das Interesse geweckt. Lutz übernahm die Anmeldung zum Marathon und buchte die Flüge, meine Frau besorgte die Unterkunft.

So entstand eine kleine und hochmotivierte Truppe aus Läufern/Walkern und Familienmitgliedern -- Volker und Ingrid Dickmann, Anneliese und Dieter Kloß, Lutz Küster und Dörthe Krabus, René Kühn und aus Flüren -- Wilfrid und Gisela Marcour, Hans-Jürgen, Angelica und Kristof Wiedner.

Der 9. Juni rückte näher und die ersten Ausfälle waren zu verzeichnen. Die Fluggesellschaft verlegte die Flüge vor und so konnten Lutz und Dörthe nicht mehr mitkommen. Denn morgens war noch Schule und die Zeugniskonferenz angesagt.

René war der dritte Ausfall, den wir zu beklagen hatten: er setzte sich gesundheitlich selber ausser Gefecht!!!!

So machten wir uns am Morgen des 7. Juni mit zwei Fahrzeugen zum Köln/Bonner Flughafen auf. Am Parkhaus Drei angekommen, erfuhren wir vom Servicepersonal dass noch FÜNF Parkplätze im gesamten Komplex frei wären. Uns schwante schon Böses.

Aber das Glück war mit uns, ohne langes Suchen fanden wir noch zwei freie Plätze. Gut gelaunt ging´s nun zum Airport. Koffer abgeben, einchecken und Abflug machen.

Denkste?!?!!

Unser Flieger hatte eine Reifenpanne, also erst mal Radwechsel und wenn man schon mal dabei ist, wird auch noch die Hydraulik dazu gewechselt. Keine Panik - nur Unmut breitete sich wegen der Verspätung aus. Nach einer halben Stunde ging es dann endlich los. Vom Flughafen Arlanda ging´s per Stadtbahn Richtung Stockholm.

In zwanzig Minuten bis mitten in die CITY.

Nur bis zum Hotel dauerte es etwas länger, spiralförmig wurde das Hotel eingekreist, die Schlinge zog sich immer weiter zu und das Hotel schließlich aufgespürt.

Ein unscheinbares Hotel mit einfachen und sauberen Zimmern und einem reichhaltigen üppigen Früstücksbuffet - wirklich für jeden Geschmack!! NOTE Empfehlenswert!!

Von unserem Hotel aus war alles per Fuß zu erreichen - Altstadt, Hafen, Restaurants, Einkaufsstraße und Olympiastadion. Am Abend noch ein Altstadtbummel und einen Happen beim Italiener genommen, und schon war der erste Tag rum.

Am Morgen des zweiten Tages wurden einige von uns unsanft aus dem Schlaf gerissen. Wir wohnten direkt über dem Wochenmarkt -- und es war jeden Tag Markttag. Fenster schliessen und wieder auf´s Ohr hauen. Zum Frühstück trafen wir uns so gegen 9 Uhr, ausser Marcours, sie geisterten schon ab 6 durch das Hotel, eben wie zu Hause auch. Für zehn wurde sich zum gemeinsamen Abholen der Startunterlagen verabredet. Nach einem halbstündigem gemütlichem Spaziergang erreichten wir das altehrwürdige Olympiastadion von Stockholm. Allein dieses war die Reise schon wert. Ein Bauwerk, das 1912 aus Tonziegeln und Holz erbaut wurde und (fast) noch in seinem Urzustand erhalten ist und auch heute immer noch für Großveranstaltungen genutzt wird.

Danach Stadtbummel mit Hafenbesichtigung. Abendessen wieder italienisch und noch ein Altstadtbummel. Marcours trennten sich dann von uns -- wer früh aufsteht, ist abends auch eher müde.

9. Juni, der dritte Tag, --- 42,2 Kilometer waren angesagt.

Start um 14 Uhr, Wettervorhersage: Der heißeste Tag sollte uns bevorstehen. Skepsis, Zweifel und Unbehagen bei den Teilnehmern. Gemütlich schlurfte man um zwölf zum Start. Die ersten Wasserrationen waren schon verbraucht. Im Stadion wurden 34 Grad im Schatten angezeigt!!! Wir Aktiven verabschiedeten uns von unseren Frauen, die sorgenvoll und angsterfüllt zurückbleiben mussten. Man begab sich zu den Startblöcken, auch hier wurden schon die ersten Getränke gereicht. 17655 Läufer waren gemeldet, aber nur gut 14000 waren an den Start gekommen, wovon 12500 das Ziel erreichen sollten.

Es war eine Atmosphäre wie auf einer Beerdigung - alles verkroch sich im Schatten und es herrschte Totenstille. Die meisten hatten einfach Schiss wegen der hohen Temperaturen. 14 Uhr Startschuss, etwas Stimmung kam auf, es ging los. Erste Wasserstation - Stau - weiter walken, hatte selber noch was mitgenommen. Traf zwischendurch einen Zugläufer, der 5:30 auf seinem Wimpel stehen hatte, der lief ein sieben Minuten Tempo (also 5 Stunden Zeit), ich bedauerte die Läufer in seinem Schlepptau. Zweite Wasserstation wieder voll, nun musste ich aber nachtanken. Die Straßen waren eng, die Wasserstationen überfüllt und die Strecke ein einziges Wellental - entweder rauf oder runter und so verlor ich sehr viel Zeit. Aber mir ging es gut.

Zwei Runden durch Stockholm waren zu laufen/walken.
Vorbei an Schlössern, alten Herrensitzen, Hafen und die Steinbauten Stockholms. Traf zwischendurch meine Frau an der Strecke und bestellte für´s Ziel schon mal ein Eis (Magnum Mandel). Der Veranstalter hatte wirklich alles auf die Beine gestellt, um für eine optimale Versorgung zu garantieren - es brauchte keiner hungern oder verdursten .
19:20 Uhr Zieleinlauf, fünfstundenneunzehn standen auf meiner Uhr -- gewalkt versteht sich und eine sehr gute Zeit, aber irgendwie war ich noch fit, ich ärgerte mich im nachhinein, dass ich nicht aktiver gewesen bin, hatte schon einige Hitzeerlebnisse hinter mir, aber eben noch keinen Marathon.

Tja und die drei Läufer? Gezeichnet von den Temperaturen und dem Streckenprofil waren sie froh, einigermassen - wenn auch hinter ihren Erwartungen - heil ins Ziel gekommen zu sein.

Abends wurde erstmal ein Mexikaner aufgesucht und sich ein ordentlicher Burger reingezogen - leider ohne Wilfrid und Hans Jürgen, sie hatten doch sehr gelitten und waren nicht in der Lage mit uns zu kommen.

Sonntag - Abreise.

Aber erst einmal noch ausgiebig frühstücken und noch ein Stadtbummel - Andenken und Geschenke besorgen.

Nachmittags mit einem bestellten Großraumtaxi (die Hälfte billiger als der Zug) zum Flughafen und ab Richtung Heimat.

Fazit - Stockholm eine wunderschöne Stadt, der Marathon dürfte nicht jedem liegen, vier Tage waren einfach zu wenig.

Stockholm, immer eine Reise wert.

Adjö, Hey dä

euer Volker